Sommerinterview mit Fabian Ribnitzky

"zugefrorene Wasserflaschen"


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Fabian Ribnitzky hat uns in einem weiteren Sommerinterview Rede und Antwort gestanden. Unter anderem darüber, wie er sich nach aufreibenden Spielen erholt, er beim Fußball lieber an der Seitenlinie wie in der ersten Elf stehen würde und er hat dazu auch über seine bisher größte mentale Aufgabe in seiner Karriere gesprochen. Lest gerne selbst.

Was ist das Erste, was du machst, wenn für dich die Sommerpause beginnt?

Ich packe meinen Koffer und lasse mich überraschen, was meine Frau gebucht hat, und dann geht es erstmal in den Urlaub.

Aktuell blickt die Sportwelt auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Was unterscheidet den Eishockeysport deiner Meinung nach am stärksten vom Fußball? Und wenn du für die deutsche Nationalmannschaft auflaufen würdest – auf welcher Position würdest du dich sehen?

Also ich würde mich eher an der Seitenlinie sehen - zum Beispiel als Trainer. Das Fußballspielen überlasse ich lieber den begabten. Der größte Unterschied zwischen den beiden Sportarten liegt für mich darin, dass man beim Eishockey nicht nur sehr gut Schlittschuh laufen muss, mit dem Schläger und dem Puck gleichzeitig automatisch perfekt umgehen muss, sondern auch immer den Kopf oben haben sollte. Denn ein unvorhergesehener Bodycheck kann schwerere Folgen haben. Das Zusammenspiel dieser drei Säulen, braucht ein gutes motorisches und athletisches Niveau, dass man meist seit dem Kindesalter an eingeimpft bekommt.

Du hast bereits in jungen Jahren dein gewohntes Umfeld verlassen, um deinen Traum vom Profieishockey zu verfolgen. Wie herausfordernd war dieser Schritt für dich damals? Zurückblickend war der Schritt gar nicht so eine große Herausforderung, denn ich hatte mich auf die neue Aufgabe ziemlich gefreut. Seine Freunde zu verlassen, war da glaube ich das schwierigste.

Du kehrst nach vielen Jahren wieder in deine Heimatstadt Kaufbeuren zurück. Worauf freust du dich dabei am meisten?

Auf so vieles. Auf alte Freunde und Bekannte, auf das Allgäu und die freundlichen Menschen. Aber vor allem auf die Fans, die Stimmung im Stadion und endlich wieder mit den Farben auf dem Eis zu stehen, auf die man als kleines Kind aufgeblickt hat.

Wenn du an deine Zeit in Kaufbeuren zurückdenkst: Was ist deine schönste Erinnerung an die Stadt oder den ESVK?

An meine Erinnerungen als Kind denke ich gerne zurück, natürlich besonders stark an das Tänzelfest und an die Trainingslager im Sommer im alten Stadion, als man bei heißen Temperaturen auch mal in den Stadtpark oder direkt ins Freibad ausgewichen ist. Ebenso aber auch an die eiskalten Winter, als die Trinkflaschen während dem Training zugefroren sind.

Welche Rolle hat Eishockey in deiner Kindheit gespielt? Und wie intensiv hast du den ESV Kaufbeuren während deiner Stationen bei anderen Vereinen weiterhin verfolgt?

Ich glaube da spreche ich für jedes Kind im Eishockey - der Umfang und Aufwand nimmt so ziemlich den gesamten Alltag und Kindheit ein. Normale Treffen oder Geburtstage mit Schulfreunden gab es kaum, dafür aber hat man seine Freunde im Team, mit denen man sich auch sonst im Sommer zum Fieseln oder Inlinehockey trifft. Man lebt den Sport also auch schon in der Kindheit. Den ESVK habe ich immer weiterverfolgt, schon in den Playdowns in der vorigen Saison habe ich gespannt zugeschaut. Dass ich dann ein Jahr später selbst gegen meine Heimatstadt um den Abstieg kämpfen musste, war bisher die größte mentale Herausforderung für mich.

Du hast mit den Blue Devils Weiden den Aufstieg in die DEL2 geschafft. Was war aus deiner Sicht der entscheidende Schlüssel zu diesem Erfolg?

Ein ausgeglichenes Team, das nicht nur aus Offensive und Topscorern besteht, sondern auch bei Niederlagen oder hart umkämpften Spielen, sich durch Disziplin und Charakter zurück in eine Serie kämpfen kann.

Nach einem intensiven Spiel ist der Puls oft noch lange oben. Wie schaffst du es, abzuschalten, zur Ruhe zu kommen und den Fokus auf die nächsten Aufgaben zu richten?

Das ist gar nicht so einfach, denn ich denke nach dem Spiel noch lange über bestimmte Szenen oder Ereignisse im Spiel nach. Da hilft es nach Hause in das gewohnte, ruhige Umfeld zu kommen, mit meiner Frau darüber zu reden und nebenher mit der Katze zu spielen. Die zwei kriegen mein Gemüt wieder beruhigt und wir haben mittlerweile die Regel, dass ich mich nach dem Spiel so viel aufregen darf, wie ich möchte, aber am nächsten Morgen ist das Spiel Vergangenheit und ich kann es nicht mehr ändern. Dann heißt es daraus zu lernen und sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Sonst überlebt man lange Playoff-Serien nicht.

Mit Sebastian Buchwieser triffst du auf einen die bekannten Trainer, den die Fans mit großen Hoffnungen verbinden. Was zeichnet ihn aus deiner Sicht besonders aus und warum kann er den ESVK wieder auf die Erfolgsspur führen?

Sebastian Buchwieser kennt diese Liga aus verschiedenen Perspektiven, aber vor allem auch aus der Sichtweise, aus der die Joker im Moment auf die Saison blicken. Er liebt diesen Sport und kann aus jedem Team das Beste rausholen, man spürt, dass es seine Leidenschaft ist. Das reicht nun aber mit den Lorbeeren (Lacht).

Wenn du an die kommende Saison denkst: Welche drei Begriffe sind für dich entscheidend, damit der ESVK erfolgreich sein kann?

Schwierig das auf drei Begriffe herunterzustufen, aber das wären meine drei: Vertrauen, Disziplin und Charakter.

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